Trauerfall

Bei der Bestattung nehmen Trauernde Abschied von einem verstorbenen Menschen, der ihnen nahe stand. Die christliche Bestattung ist immer mit einem Gottesdienst verbunden. Angehörige, Freunde, Bekannte und die christliche Gemeinde hören darauf, was Gott in die Situation des Abschieds und der Trauer sagt. Sie blicken dankbar auf das Leben des Verstorbenen zurück und legen seine Zukunft in Gottes Hand. Angesichts des Todes wird die tröstende Botschaft des Evangeliums laut: Jesus Christus ist gestorben und auferstanden, deshalb wird, wer ihm vertraut, auch auferstehen und leben.

Bibelstellen zum Thema:
Johannes 11,25-26
Johannes 8,51
Johannes 5,24
1. Korinther 15
Offenbarung 1,17b-18

Fragen und Antworten

Kann jemand, wenn er aus der Kirche ausgetreten ist, trotzdem kirchlich bestattet werden? Kann die Familie eine kirchliche Bestattung wünschen?
Wer aus der Kirche austritt, erklärt damit auch, dass er keine kirchliche Trauerfeier wünscht. Auch wenn dies der Wunsch der Familie ist, ist in jedem Fall der Wille des Verstorbenen zu achten und zu respektieren. In der Regel möchte derjenige, der aus der Kirche ausgetreten ist, auch nicht kirchlich bestattet werden. Ausnahmen sind daher nur in seelsorgerlich begründeten Fällen möglich und liegen in der Verantwortung und dem Ermessen der einzelnen Pfarrerin bzw. des einzelnen Pfarrers. Niemand kann gegen seinen eindeutig geäußerten Willen kirchlich bestattet werden.


Kann man nach einem Selbstmord kirchlich bestattet werden?
Ja, ein Selbstmord ist heute kein Hinderungsgrund mehr für eine kirchliche Bestattung.


Ein Kind ist vor der Taufe gestorben. Kann es kirchlich bestattet werden?
Ja, ein nicht getauftes Kind kann selbstverständlich kirchlich bestattet werden. Ebenso kann auch ein totgeborenes Kind auf Wunsch der Eltern mit einer kirchlichen Trauerfeier bestattet werden.


Kann bei der Bestattung ein Nachruf gehalten werden?
Ja, das ist möglich, allerdings nicht im Rahmen der kirchlichen Trauerfeier, sondern im Anschluss daran.


Können die Angehörigen bei der Trauerfeier mitwirken?
Das ist möglich und sollte mit der Pfarrerin im Trauergespräch besprochen werden. Als Beteiligungsmöglichkeiten bieten sich an: das Lesen eines biblischen oder literarischen Textes, das Vortragen des Lebenslaufs des Verstorbenen, das Sprechen des Dank- oder Fürbittengebets. Angehörige können sich auch ein Musikstück wünschen oder sich an der Auswahl der Lieder beteiligen. Etwaige Kosten, z.B. für Musiker müssen die Angehörigen selbst tragen.

In meiner Familie gab es einen Trauerfall. Was muss ich tun?
Im Normalfall regelt das Bestattungsunternehmen alles für Sie. Der Bestatter nimmt Kontakt zum Pfarramt auf und klärt den Termin für die Trauerfeier ab. Er bespricht auch die musikalische Begleitung bei der Trauerfeier mit Ihnen. Die Pfarrerin wird sich zeitnah bei Ihnen wegen des Trauergesprächs (s.u.) melden. 


Ein Gemeindeglied aus Reudern soll woanders (z.B. in einer Nachbargemeinde etc.) bestattet werden, welcher Pfarrer ist zuständig?
Zunächst ist für jede Bestattung der Ortspfarrer der verstorbenen Person zuständig. Wenn die Entfernung angemessen ist, wird der Pfarrer im Normalfall die Trauerfeier übernehmen. Es ist aber auch unter Umständen möglich, dass der Pfarrer am Bestattungsort die Trauerfeier übernimmt, z.B. wenn die verstorbene Person ursprünglich von dort stammt. Das kann normalerweise das Bestattungsunternehmen für Sie klären. 


Was will die Pfarrerin beim Trauergespräch wissen?
Um eine dem Verstorbenen angemessene Ansprache bei der Trauerfeier zu halten, ist es gut wenn die Pfarrerin etwas über die verstorbene Person und ihr Leben erfährt. Wenn Sie die Lebensdaten bereits zusammengesucht und vorliegen haben, erleichtert das den Einstieg ins Gespräch. In der Ansprache geht es auch immer um einen Bibelvers. Hierzu eignet sich zum Beispiel der Konfirmationsspruch oder andere Verse, die der verstorbenen Person wichtig waren. Konfirmations- bzw. Traubibeln oder Gesangbücher sind hier eine mögliche Quelle. Wenn Sie keinen passenden Bibelvers finden, wird die Pfarrerin Ihnen im Lauf des Gesprächs einen vorschlagen.