Unsere Altarbibel

Der Einband der Bibel auf unserem Altar stammt von Gotthilf Kurz (München) und wurde in Handarbeit hergestellt.

Die Altarbibel der Friedenskirche Reudern

Das Kruzifix

Anlässlich der Einweihung der neuen wurde das Kruzifix der alten Reuderner evangelischen Kirche einem Fachmann zur Begutachtung vorgelegt, und wider Erwarten stellte sich heraus, dass unter einer Übermalung des 18. Jahrhunderts ein älteres Kruzifix verborgen war, dessen Entstehung etwa auf die Zeit um 1510 angesetzt wurde. Damit aber könnte dieses Kruzifix eventuell noch aus der alten Wendelinskapelle stammen. Wo es zwischen desm Ende dieser Kapelle und dem Bau der alten evangelischen Kirche 200 Jahre land gesteckt hat, das kann man sich vielleicht ausmalen (ob Pietät dabei eine Rolle gespielt hat oder ob man gut schwäbisch einfach nichts weggeschmisssen hat), lässt sich aber wohl kaum mehr ermitteln. Dass aber mit diesem – inzwischen restaurierten – Kruzifix die Evangelische Kirchengemeinde in einem unübersehbaren Zusammenhang mit jener alten Kapelle und mit der neuen Katholischen Kirchengemeinde Reudern steht, das ist ein geheimnisvoller Hinweis, der beiden Kirchengemeinden über den Fakten und Selbstverständlichkeiten der Gegenwart nicht aus dem Gedächtnis geraten sollte.

Quelle: 650 Jahre Reudern Seite 31.

Die Emmaus-Jünger - Holzschnitte von Andreas Felger

Die Holzschnitte in unserer Friedenskirche

Emmaus heißt ein kleines Dorf in der Nähe von Jerusalem. Nach der Kreuzigung Jesu wandern zwei seiner Freunde dorthin. Unterwegs haben sie eine Begegnung, die ihre ganze Existenz verwandelt. Einer der schönsten Ostertexte des Neuen Testaments erzählt davon.

In vier monumentalen Holzschnitten hat Andreas Felger den Weg nach und von Emmaus gestaltet. Die Linien und Farben seiner Bilder vermitteln menschliche Grunderfahrungen: Trauer und Skepsis, Begegnung und Gespräch, Freude und Aufbruch.

(aus: Emmaus – Ein Weg, Meditation von Heinrich Spaemann, 1991)

 

Die biblische Geschichte steht in Lukas 24, 13-35

Auf dem Weg nach Emmaus

Und siehe, zwei aus ihnen gingen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feld Wegs weit; des Name heißt Emmaus. Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten und befragten sich miteinander, nahte sich Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seid traurig? Da antwortete einer mit Namen Kleophas und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darin geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesus von Nazareth, welcher war ein Prophet mächtig von Taten und Worten vor Gott und allem Volk.

Das Volk aber sprach: Das ist der Jesus, der Prophet von Nazareth aus Galiläa. wie ihn unsre Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammnis des Todes und gekreuzigt. Wir aber hofften, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist.

Die aber, so zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: HERR, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern; die sind früh bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fanden's also, wie die Weiber sagten; aber ihn sahen sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren und träges Herzens, zu glauben alle dem, was die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren.

Einen Propheten wie mich wird der HERR, dein Gott, dir erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen.

Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird, daß er's getan hat.

Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, darum daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleich gerechnet ist und er vieler Sünde getragen hat und für die Übeltäter gebeten.

Herr, bleibe bei uns

Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hineingingen; und er stellte sich, als wollte er weiter gehen. Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben.

Brot brechen

Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankte, brach's und gab's ihnen.

Da nahm er die fünf Brote und zwei Fische und sah auf gen Himmel und dankte darüber, brach sie und gab sie den Jüngern, daß sie dem Volk vorlegten.

Und er nahm das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete?

Sendung

Und sie standen auf zu derselben Stunde, kehrten wieder gen Jerusalem und fanden die Elf versammelt und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der HERR ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen.

Und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift, Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brot brach.

Fritz-Ruoff-Plastik

Der Nürtinger Künstler Fritz Ruoff lebte von 1906 bis 1986. Sein Selbstverständnis als Künstler ist ein Satz von Albert Camus, den Ruoff oft zitierte: „Wir haben dem Schmerz und der Schönheit gleichzeitig zu dienen“.

Er war ein Meisterschüler von Alfred Lörcher. 1943 heiratete er Hildegard Scholl.

Der Künstler beschäftigte sich während seiner Schaffensphase mit vielen Materialien und Stilen. Er begann eine Lehre als Holzbildhauer. Im Mittelpunkt seines Schaffens stand die menschliche Figur, die er zum Teil sehr abstrakt darstellte. Künstlerisch wollte er damit auf die Merkmale der Entfremdung reagieren.

In Stuttgart studierte er Kunst und kam 1949 weg vom Holz hin zum Zeichnen. Es schlossen sich Plastiken aus Gips, zum Teil in Bronze gegossen, an, bevor er in den 1950er Jahren zur Malerei in Form von Wachsölkreise fand.

Ab Mitte der 1950er Jahre beschäftigten ihn in seinen Werken Engel; religiöse Motive wurden immer wichtiger.

1957 kehrte er noch einmal zur Holz-Plastik zurück, entwarf 1959 Montagen aus Stahl und malte ab 1960 wieder abstrakte Bilder.  Im Jahr 1962 entdeckte er eine neue Art von Kunst, die Schnurcollage

Ab 1963 begann er nach schwerer Krankheit wieder mit Bleistiftzeichnungen und steigerte sich hin zu Collagen und Aquarellen bei denen Kreise, Ovale und Rechtecke das Bild bestimmen.

Das Arbeiten mit Pappe und das Entstehen von Reliefbildern kamen ab 1965. Ab 1977 fand er zu den Schnurcollagen und Zeichnungen zurück.

 

Fritz Ruoff wurde zum Ehrenbürger der Stadt Nürtingen ernannt.

 

Über seine Zeichnungen sagte der Künstler folgendes:

„ In meiner zeichnerischen Arbeit gibt es zwei grundverschiedene Perioden.

Die eine erstreckt sich bis in die frühen sechziger Jahre, als ich versuchte, mich vollends von gegenständlichen Bindungen zu lösen. Bleistift und Felder waren dazu die geeigneten Mittel für eine spontane und rasche Niederschrift. Mein Ziel war dabei, Inhaltliches und Formales in Einklang zu bringen, um zu einer einfachen und symbolhaften Bildsprache zu gelangen. Das Ergebnis waren dann zuletzt reine, geometrische Grundformen, in denen ich dann meine ersten Collagen und Bildreliefs verwirklichen konnte.

Die zweite Phase – Mitte der sechziger Jahre – begann dann mit wesentlich genaueren Bildvorstellungen. Dabei bekam die Zeichnung zwangsläufig eine ganz andere Bedeutung als seither. Sie war nun nicht mehr – wie früher in der Mehrzahl – Konzept, sondern erhielt einen immer selbstständigeren Charakter mit gleichem Stellenwert wie das Bild.“

(aus: Fritz Ruoff, Rückblick auf das Werk, Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Zur Ausstellung in der Hauptstelle Esslingen vom 2. Dezember 1996 bis 31. Januar 1997)

 

Die Ruoff Stiftung Nürtingen erreichen Sie über den folgenden Link: www.ruoff-stiftung.de