Rückblick 2020

Berichterstattung Toleranz!?

Knapp 100 interessierte Menschen kamen zum Vortrag „Toleranz“ am 23.1.  nach Reudern in die Friedenskirche. Die Kirchengemeinden Reudern, Oberboihingen und das Bildungswerk Nürtingen hatten Prof. Dr. Thorsten Diez als Redner gewinnen können. Dieser konnte aufgrund seines eigenen lebenslangen Lernens äußerst anschaulich und lebendig schildern, wie unterschiedlich Christen mit der Haltung zur gleichgeschlechtlichen Ehe umgehen. Er warb nicht nur einmal um Toleranz bei dem emotional beladenen Thema, das oft stellvertretend für die Sorge um den Verfall von Werten und auf anderer Seite beim Kampf gegen autoritäre Strukturen herhalten muss.

Herrn Diez geht es bei der Toleranz um nicht weniger als die Grundhaltung von Christen mit unterschiedlichen Glaubensauffassungen. Das ledigliche bejahen von Menschen oder Positionen, welche die eigene Haltung teilen, sei keine Toleranz. Einem Menschen mit einer anderen Glaubenshaltung gar zu drohen – z.B. mit Gottes Strafe - habe natürlich erst recht nichts mit Toleranz zu tun.

Er betonte, dass ein Austausch über Werte immer anstrengend, aber äußerst nötig ist. Die Kirchen hätten in den letzten 50 Jahren z.B. bei der Gewalt gegen Kinder und Ehefrauen, der Verfolgung und versuchter Heilung von Schwulen und Lesben, oder bei der Öffnung des Pfarrberufes für Frauen dazugelernt. Dabei war es nötig und wichtig, hinzugezogene Bibeltexte nach deren ursprünglichen Sinn zu befragen und immer war und ist es wichtig, dabei zu beachten, dass Gebote dem Leben und nicht der Unterdrückung und Ausgrenzung dienen sollen. Schon Martin Luther hätte eingeräumt, dass es der Nächstenliebe geschuldet sei, einer Frau die Scheidung zu erlauben, wenn sie laufend vom Ehemann mit dem Schürhaken geschlagen wird.

Beim anschließenden Meinungsaustausch wollte niemand inhaltlich Herrn Diez widersprechen. Sehr berührend war das Statement einer Anwesenden, die mir ihrer Partnerin gekommen war. Sie schilderte ihr starkes Gefühl der Ausgrenzung seitens der Kirche, welche der liebenden, fürsorgenden Ehe ihren Segen verweigere. Sie freue sich auf den Tag, an dem dieser auch für schwule und lesbische Paare öffentlich möglich sei und sie wieder zur Kirche gehören könne.

In ihrem Schlusswort stellte Pfarrerin Stysch die Frage, ob wir den Segen Gottes einander vorenthalten können. Menschen bräuchten für ein gelingendes Leben Gottes Segen.

Lasst uns ins Gespräch kommen zum Thema "Toleranz!? Segnung von Gleichgeschlechtlichen Paaren" am Do, 23. Januar 2020 um 19.30 Uhr

 Im Rahmen der Nürtinger Reihe laden das Evang. Bildungswerk und die Evang. Kirchengemeinde Reudern am

Donnerstag, 23. Januar 2020 um 19.30 Uhr

zum Vortrag

"Toleranz?! Segnung bzw. Trauung von gleichgeschlechtlichen Paare"

und zum anschließenden Gespräch ein. 

Die „Segnung gleichgeschlechtlicher Paare“ ist umstritten und berührt viele Menschen emotional stark. Befürworter und Andersdenkende dieser Segnung haben Sorgen und Ängste und leiden an der jeweils anderen Haltung.

Leider wird oft mit Austritt gedroht für den Fall, dass "die Kirche" nicht so handelt wie gewünscht. Wir können uns daher diesem Thema nicht verschließen oder hoffen, dass es sich von alleine erledigt.

An diesem Abend wird es nicht darum gehen, wer Recht hat. Vielmehr sollen beide Seiten ernst genommen werden. Wir wollen einen Weg suchen, wie es ohne Ausgrenzungen gelingen kann, dass alle Menschen ihren Platz in der Kirche finden.

Wie können wir andere Glaubenshaltungen tolerieren, auch wenn wir Mühe damit haben? Bildlich gesprochen wäre es ein Segen, wenn wir Christen nicht den Zeigefinger gegeneinander erheben, sondern offen aufeinander zugehen würden.

Im Anschluss an den Vortrag von Prof. Dr. Thorsten Dietz von der Evang. Hochschule Tabor in Marburg wollen wir einen konstruktiven Gedankenaustausch ermöglichen. Dieser Abend soll Mut machen zu einer Kirche, in der unterschiedliche Menschen Platz finden und im Vertrauen auf Gottes Segen leben.

 

 

Verabschiedung des amtierenden und Einsetzung des neuen Kirchengemeinderates

Gospel and more

(HG) Auch dieses Jahr zum 9. Mal in Folge, hatten sich wieder über 60 Sängerinnen und Sänger aus Freude am Singen zum Workshop am 3. Und 4. Januar versammelt, um unter der Leitung von Sebastian Michel deutsche, englische und afrikanische Gospels einzustudieren, die sie , um anderen eine Freude zu bereiten, im Konzert am Samstag präsentierten.

Zur Aufführung kamen Lieder des christlichen Glaubens aus anderen Kulturen, die uns gläubige Menschen auf der ganzen Welt mit Hoffnung und Zuversicht verbinden sollen.

Schnell erfasste die Freude und Begeisterung der Sängerinnen und Sänger auch die zahlreich erschienenen Zuhörer, die Sebastian Michel zum Mitsingen ermunterte, was diese mit rythmischem Klatschen ergänzten. Peter Gölz am Schlagzeug und Jens Otzen am Piano waren dabei souveräne und perfekte Begleiter.

Schaut man in die Noten der vom Dirigenten zusammengestellten Titel, stehen da z. B. z. Teil übersetzte Texte wie "Singing all together…", „Ich will dich loben, ich will dir singen… ", "…macht das Herz und das Tor weit…" oder auch "Halleluia Jesus lebt", die alle von Zuversicht und Hoffnung geprägt sind und auch den vielen afrikanischen Sklaven Halt gaben.

Ein Gospel-Medley mit bekannten Titeln wie „Down by the riverside“ und „Michael Row the Boat ashore“ beendete dieses fulminante Konzert, das die Besucher mit reichlich Beifall belohnten.

Zuvor dankte der Dirigent den Sängerinnen und Sängern für ihre gesangliche Leistung beim Einstudieren während der beiden Tage, vor allem auch die afrikanischen Texte betreffend.

Pfarrerin Kornelia Stysch schloss sich dem unter Einbezug der Instrumentalisten gerne an und bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern für ihr Engagement, das zum Gelingen dieser Veranstaltung ein wichtiger Beitrag war.

Nach zwei Zugaben zogen die Sängerinnen und Sänger mit fröhlichem Gesang aus der Kirche. Der anschließende Ständerling bot Sängern und Zuhörern reichlich Gelegenheit sich über das Erlebte auszutauschen.

 

Hinweis:

Weitere Bilder und Videoaufzeichnungen sind gegen eine kleine Spende zugunsten der Kirchenmusik zu beziehen unter tel. 903093.