Virtuelle Gebetswand

Liebe von Herzen

© original_clipdealer.de

Liebe Besucherinnen und Besucher dieser Seite,

aufgrund der aktuellen Corona-Krise mussten wir unser Gemeindezentrum schließen. Mit Hilfe der digitalen Medien wollen wir dennoch bestmöglich für Sie da sein.

Auf dieser Seite finden Sie ermutigende Gedanken, Gebete und Zitate. Gerne können Sie Ihre Gedanken mit uns teilen. Senden Sie hierfür eine E-Mail an unser Pfarramt. Wir kümmern uns darum, dass diese Texte auf diese Seite gestellt und damit allen zugänglich gemacht werden, ob mit Ihrem Namen oder anonym.

Vielleicht können wir dadurch in Verbindung sein und bleiben.

Schreiben Sie uns, was Sie denken!

Büroarbeit

© original_clipdealer.de

Liebe Gemeindeglieder von Reudern, liebe Besucherinnen und Besucher dieser Seite,
über die Kommentarfunktion am Ende dieser Seite können Sie andere an Ihren Gedanken teilhaben lassen. Wir freuen uns auf einen guten, wertschätzenden Austausch.
Bleiben Sie gesund und behütet!

Zu Beginn der Sommerferien

Alles hat seine Zeit

und alle Vorhaben unter dem Himmel haben ihre Stunde.

Arbeiten hat seine Zeit

und Feiern hat seine Zeit.

Besuch zu empfangen hat seine Zeit

und Besuch zu verabschieden hat seine Zeit.

Termine haben ihre Zeit

und Stunden des Nichtstuns haben ihre Zeit.

Zu Hause bleiben hat seine Zeit

und wegfahren hat seine Zeit.

Der Sonntag hat seine Zeit

und Werktage haben ihre Zeit.

Der Beruf hat seine Zeit

und der Urlaub hat seine Zeit.

 

Gott hat alles wohl gemacht zu seiner Zeit.

Alles, was Gott tut, hat weder Anfang noch Ende.

Gott hat uns das Paradies vor Augen gestellt

und die Hoffnung auf Zukunft ins Herz gelegt.

Nichts Besseres gibt es, als fröhlich zu sein.

Denn das Leben zu feiern und der Mühe entsagen zu können,

das ist die köstlichste Gabe Gottes.

 

Gedanken zum Predigerbuch, Kapitel 3

Segen zum Anfangen und neu Beginnen

Du Gott der Anfänge, segne uns, wenn wir deinen Ruf hören,

wenn deine Stimme uns lockt zu Aufbruch und Neubeginn.

Du Gott der Anfänge, behüte uns, wenn wir loslassen

und Abschied nehmen,

wenn wir dankbar zurückschauen,

auf das, was hinter uns liegt.

Du Gott der Anfänge, lass dein Licht leuchten über uns,

wenn wir in Vertrauen und Zuversicht einen neuen Schritt wagen

 auf dem Weg des Glaubens.

Du Gott der Anfänge, schenke uns Frieden,

wenn der eigene Weg uns aufwärts führt,

wenn wir Lebewohl sagen.

Lass die Blumen blühen für jeden von uns,

lass Wind uns den Rücken stärken

und die Sonne warm auf das Gesicht scheinen;

wo immer wir gehen.

Gott, der Anfänge, segne uns.

 

Aus Irland

Wir sind

Von: Unsplash

Wir sind geliebter, als wir wissen.
Wir sind nicht allein. Wir sind nie allein.
Dieses Leben ist ungeheuer wichtig.
Die Welt ist herrlich - die Welt ist schrecklich.
Es kann mir nichts geschehen - ich bin in größter Gefahr.
Es lohnt sich zu leben.

 


Helmut Gollwitzer

1908-1993, evang. Theologe und Schriftsteller

Du sollst dich selbst unterbrechen

Von: Unsplash

Zwischen Arbeiten und Konsumieren soll Stille sein

und Freude,

dem Gruß des Engels zu lauschen:

Fürchte dich nicht!

 

Zwischen Aufräumen und Vorbereiten sollst du es in dir singen hören,

das alte Lied der Sehnsucht:

Maranatha, komm, Gott, komm.

 

Zwischen Wegschaffen und Vorplanen sollst du dich erinnern

an den ersten Schöpfungsmorgen,

an deinen und aller Anfang,

als die Sonne aufging, ohne Zweck,

und du nicht berechnet wurdest

in der Zeit, die niemandem gehört

außer dem Ewigen

 

 

Dorothee Sölle, 1929 – 2003

Inspiration

Von: Unsplash

Inspiration existiert, aber sie muss dich arbeitend vorfinden.

Pablo Picasso

Heimkommen

Von: Unsplash

Heim kommt man nie.

Aber wo befreundete Wege zusammenlaufen,

da sieht die ganze Welt für eine Stunde wie Heimat aus.

 

 

Hermann Hesse

Zum Nachdenken

Die Wahrheit kann

nur ertragen werden,

wenn man sie selbst

entdeckt.

 

Fritz Pearls

Juni Psalm

Von: Unsplash

Es gibt Leute die behaupten

Der Sommer käme nicht von dir

Und begründen mit allerlei und vielerlei Tamtam

Und Wissenschaft und Hokuspokus

Dass keine Jahreszeit von dir geschaffen

Und dass ein Kindskopf jeder

Der es glaubt

Und dass noch keiner dich bewiesen hätte

Und dass du nur ein Hirngespinst

 

Ich aber hör nicht drauf

Und hülle mich in deine Wärme

Und saug mich voll mit Sonne

Und lass die klugen Rechner um die Wette laufen

 

Ich trink den Sommer wie den Wein

Die Tage kommen groß daher

Und abends kann man unter deinem Himmel sitzen

und sich freuen

Dass wir sind

und unter deinen Augen

leben

 

 

Hans Dieter Hüsch

Moderne Seligpreisungen

Von: Unsplash

Selig, die über sich selbst lachen können,
es wird ihnen nie an vergnügter Unterhaltung fehlen.

Selig, die einen Berg von einem Maulwurfshügel zu unterscheiden wissen,
manche Scherereien werden  ihnen erspart bleiben.

Selig, die imstande sind auszuruhen und auszuschlafen, ohne dafür Entschuldigungen zu suchen,
sie werden Gelassenheit finden.

Selig, die zuhören und schweigen können,
sie werden viel Neues dazulernen.

Selig, die gescheit genug sind, um sich selber nicht allzu ernst zu nehmen,
sie werden von ihren Mitmenschen geschätzt werden. 

Selig, die für den Anruf anderer aufmerksam sind, ohne sich jedoch für unentbehrlich zu halten,
sie werden Freude verbreiten.

Selig, die es verstehen, Kleines ernsthaft und Ernstes gelassen zu betrachten,
sie werden im Leben weit vorankommen.

Selig, die ein Lächeln zu schätzen wissen und ein Grinsen vergessen können,
auf ihrem Wege wird die Sonne scheinen.

Selig, denen es gelingt, fremdes Verhalten stets wohlwollend zu deuten, auch wenn der Anschein dagegen spricht,
sie werden zwar für naiv gehalten werden, aber das ist der Preis für die Liebe.

Selig, die überlegen, bevor sie handeln, und beten, bevor sie überlegen,
sie werden viele Torheiten vermeiden.

Selig, die schweigen und lächeln können, auch wenn man ihnen das Wort abschneidet, ihnen widerspricht oder auf die Zehen tritt,
denn das Evangelium fängt an, ihr Herz zu durchdringen.

Selig vor allem, die ihr den Herrn erkennen könnt in all jenen, die euch begegnen,
ihr werdet das wahre Licht und die echte Weisheit besitzen.

 

Fraternität der Kleinen Schwestern von Jesus des Charles de Foucauld

 

 

Der Sonnenuntergang

Von: Unsplash

Menschen sind genauso wundervoll wie ein Sonnenuntergang, wenn ich sie sein lassen kann. Ja, vielleicht bewundern wir einen Sonnenuntergang gerade deshalb, weil wir ihn nicht kontrollieren können. Wenn ich einen Sonnenuntergang betrachte, höre ich mich nicht sagen: „Bitte das Orange etwas gedämpfter in der rechten Ecke und etwas mehr Violett am Horizont und ein bisschen mehr Rosa in den Wolken“. Das mache ich nicht. Ich versuche nicht, einem Sonnenuntergang meinen Willen aufzuzwingen. Ich betrachte ihn mit Ehrfurcht.

 

Carl Rogers

Einmal

Von: Unsplash

Nimm einmal am Tag
Dein Herz in die Hand
Streichle es zärtlich und innig
Und danke Gott,
dass du fühlen und lieben kannst

Nimm einmal am Tag
Deinen Geist, deine Vernunft in die Hand
Staune und freue dich,
Wozu du fähig bist
Und danke Gott
Für alle Gaben und Talente
Die du wie Schätze in dir trägst. 

Nimm einmal am Tag
Deinen Willen in beide Hände
Spüre seine ganze Kraft und Energie
Und danke Gott für all deine Stärke.

Nimm einmal am Tag
Deine Verwundungen in die Hände.
Tröste sie, versöhne dich mit ihnen
Und danke Gott,
Dass er dich heilen will,
Dass du selbst verzeihen
Und dich mit anderen versöhnen kannst.

 

Nach Klemens Nodewald

Das Missverständnis

Von: Unsplash

Willie, das Wiesel, ist verzweifelt. Er hat seine Freundin verloren und keine Ahnung, wie er sie wiederfinden kann. Da haben das Eichhörnchen und die Elster die zündende Idee. Durch einen Aushang im Wald soll das gesuchte Trudchen die Möglichkeit bekommen, sich bei Willie zu melden.

Um die beiden aber nicht vor allen Tieren bloßzustellen, wollen sie die Bekanntmachung so allgemein halten, dass nur die Betroffenen wissen, um was es geht.

„Hallo, dein Freund sucht dich und möchte sich wieder mit dir versöhnen. Wenn du das auch willst, komm bitte bei Sonnenuntergang zur Lichtung am Bach unter die alte Eiche.“

Am Abend wimmelt es dort von glücklichen Paaren. Große und kleine Tiere aller Art haben wieder zusammengefunden, weil sie das Angebot der Versöhnung auf sich bezogen hatten – ein Missverständnis, das ihnen verlorenen Freundschaft und Liebe zurückbrachte.

 

von DZ, nach Eckart zur Nieden

Ein Schritt

Von: Unsplash

Auch ein Schritt zurück

Ist oft ein Schritt zum Ziel.

 

Konrad Adenauer

Bereit sein

Von: Usplash

Bereit sein ist viel,
warten können ist mehr,
doch erst: den rechten Augenblick nützen können,
ist alles.

 

Arthur Schnitzler

Was es ist

Von: Unsplash

Es ist Unsinn

sagt die Vernunft

Es ist was es ist

Sagt die Liebe

 

Es ist Unglück

sagt die Berechnung

Es ist nichts als Schmerz

sagt die Angst

Es ist aussichtslos

sagt die Einsicht

Es ist was es ist

sagt die Liebe

 

Es ist lächerlich

sagt der Stolz

Es ist leichtsinnig

sagt die Vorsicht

Es ist unmöglich

sagt die Erfahrung

Es ist was es ist

sagt die Liebe

 

Erich Fried

Segensreiche Tage

Von: Unsplash

Selig, die verstehen,
die kleinen Dinge ernst
und die ernsten Dinge
gelassen zu nehmen;
sie werden im Leben
sehr weit kommen.

Selig, die denken,
bevor sie handeln,
und beten, ehe sie denken;
sie werden eine Menge
Dummheiten vermeiden.

Selig, die schweigen
Und lächeln können,
auch wenn man ihnen
das Wort abschneidet
oder auf die Zehen tritt;
sie sind dem Geist des
Evangeliums sehr nahe. 

Selig, die Gott in allen Wesen
Erkennen und lieben;
Sie werden Licht ausstrahlen,
Güte und Freude.

 

Jörg Zink

 

 

Der heilige geist ist ein bunter vogel

Von: Unsplash

der heilige geist ist ein bunter vogel
der heilige geist
er ist nicht schwarz
er ist nicht blau
er ist nicht rot
er ist nicht gelb
er ist nicht weiss

der heilige geist ist ein bunter vogel
er ist da
wo einer den andern trägt
der heilige geist ist da
wo die welt bunt ist
wo das denken bunt ist
wo das denken und reden und leben gut ist
der heilige geist lässt sich nicht einsperren
in katholische käfige
nicht in evangelische käfige
der heilige geist ist auch kein papagei der nachplappert
was ihm vorgekaut wird
auch keine dogmatische walze
die alles platt walzt
der heilige geist
ist spontan
er ist bunt
sehr bunt
und er duldet keine uniformen
er liebt die fantasie
er liebt das unberechenbare
er ist selbst unberechenbar

Wilhelm Willms (1930-2002)

 

Von: Unsplash

Wir wissen nicht,
womit der Steinbrech Steine bricht.

Er übt die Kunst auf seine Weise.
Und ohne Lärm. Gott liebt das Leise.


Aus: Karl Heinrich Waggerl, das heitere Herbarium

Gebet zum Himmelfahrtstag

Wir feiern deine Himmelfahrt, Jesus Christus, und wissen,
du bist nah bei uns.
Dein Himmel steht uns offen. 

Wie oft vergessen wir das im Alltag.
Wir tun so, als wäre der Himmel leer und wir uns selbst überlassen.
Wir sehen die Spur nicht, die du in unserem Leben und
in dieser Welt hinterlässt.

Wir bitten dich:
Gib dich uns zu erkennen in deinem Wort, im Alltag
und durch die Menschen, die uns begegnen. 

Jesus Christus, wir bitten dich:
Zeige deinen Himmel denen, die nicht mehr auf ihn zu hoffen wagen – den Traurigen und Enttäuschten,
denen, die unter der aktuellen Krise aufzugeben oder zu zerbrechen drohen.
Stärke alle, die im Tal das Ziel nicht mehr sehen,
das doch vom Gipfel aus gut zu erkennen war.
Denen der Weg zu weit und das Herz müde wird.
Zeige deinen Himmel allen, denen ‚glauben‘ schwerfällt und die deine Nähe nur selten spüren.
Damit wir eine Ahnung davon haben, dass wir deinen Himmel schon im Herzen tragen.

 

 

 

Wo wohnt Gott?

Von: Unsplash

Eine Mutter versuchte ihrer Tochter auf die Frage zu antworten:

„Wo wohnt Gott?“ Sie tat sich schwer. Wie sollte es die Mutter erklären, dass Gott wohl im Himmel, aber doch auch in der Kirche zu finden sei? Nach verschiedenen Versuchen geht plötzlich ein Strahlen über das Gesicht des kleinen Mädchens: „Jetzt weiß ich es. Gott wohnt im Himmel, und in der Kirche hat er seine Praxis“.

Zum Sonntag Rogate, 17. Mai 2020 – dem Sonntag des Gebets

Von: Unsplash

„Das Gebet hat große Kraft […]

Es macht ein bitteres Herz süß,

ein trauriges Herz froh,

ein armes Herz reich,

ein törichtes Herz weise,

ein zaghaftes Herz kühn,

ein blindes Herz sehend […]

Es zieht den großen Gott in ein kleines Herz

Und die hungrige Seele hinauf zu dem Gott der Fülle.“

Mechthild von Magdeburg (1207 – 1282)

Ansteckung

Von: Unsplash

Kommt

steckt mich an

mit euren Ideen

mit eurem Lachen

mit eurer Zuversicht

lasst uns eine Pandemie der Kreativität auslösen!

 

Lydia Wagener

Beten – warum? Gedanken zum Sonntag Rogate, der uns auffordert: Betet!

© original_clipdealer.de

„Frau Stysch, der Jonas sagt, es gibt keinen Gott. Und Yannicks Vater glaubt auch nicht an ihn“. So wurde ich einmal im Religionsunterricht empfangen.

Nach diesem Stundenanfang fragte ich meine 2-Klässler, ob man wissen kann, dass es Gott gibt. Ellen sagte: „Nein, aber man kann es spüren“.

Lesen Sie hier den gesamten Impuls.

Suche dein Glück

Von: Unsplash

Das Leben ist dir geschenkt.
Und niemand hindert dich,
dein Glück darin zu finden. 

Du musst es suchen,
wie einen Schatz im Acker,
der vor dir verborgen ist. 

Kraft und Anstrengung
wird es dich kosten –
das sei es dir auch wert. 

Geduld und Ausdauer
wird es dabei brauchen –
mit weniger geht es nicht. 

Hoffnung und Zuversicht
sollen dich inspirieren –
die werden dich tragen.

 

Kurt Rainer Klein

Von: Unsplash

Alle Dinge hat Gott fertig gemacht.
Den Menschen aber schuf er auf Hoffnung hin.

Spruch der Rabbinen

Frühling

Von: Privat

Frühling
Natur erblüht
neue Hoffnung erwacht
voller Erwartung vorwärts schauen
Lebensfreude

Trauer
endlich erlöst
lernen, Leben loszulassen
und neue Ziele zuzulassen
Hoffnung 

Abschied
Endlos traurig
Doch Hoffnung bleibt
Nach Wochen gesund zurück
Dankbarkeit

Gedanken
Wandern zurück
Verweilen im Früher
Kehren ins Jetzt zurück
Zufriedenheit

 

von Brigitte Wloch, Frickenhausen

Gottesdienstaufnahme 10. Mai 2020

Von: Privat

Der erste Gottesdienst nach zwei Monaten Pause. Anders. Hören Sie hier die Gottesdienstaufnahme.

Gedanken zum Sonntag Kantate, 10.05.2020

Von: Unsplash

Ene mene ming mang ping pang ene mene acka wacka eia weia weg!

Bevor sie draufloslesen: Singen oder summen Sie einmal kurz vor sich hin – frei von der Leber weg!

Welche Melodie kam Ihnen in den Sinn? Ihr Lieblingslied? Ein alter (und jetzt wieder aktueller) Ohrwurm? Oder haben Sie kurzer Hand was ganz Eigenes komponiert?

Der kommende Sonntag trägt den Namen Kantate – SINGET. Er rührt her vom Wochenspruch aus Psalm 98: Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.

Lesen Sie hier die gesamte Predigt.

Zeiten wie diese

Von: unsplash

Schau nicht auf die geschlossenen Läden,
sondern schau auf die Menschen, die Außergewöhnliches leisten. 

Klage nicht, weil du zur Zeit manches nicht tun darfst,
sondern freue dich darüber, dass du das Leben spüren kannst.

Versinke nicht in Einsamkeit, weil du Distanz halten musst,
sondern finde im Alleinsein den Mut zur inneren Einkehr.

Fühle dich nicht eingeengt, weil das Leben verworren geworden ist,
sondern trage die Hoffnung in dir, dass alles gut werden wird. 

Achte nicht auf das, was dir Sorge bereitet,
sondern achte darauf, dass dein Herz seine Lebensfreude nicht verliert.

Blicke nicht auf das Chaos um dich herum,
sondern blicke auf dein Inneres und lass es nicht im Chaos versinken.

Beschwere dich nicht, weil so vieles verboten ist,
sondern sieh hin und sei dankbar – trotz allem.

Gründe dafür findest du immer noch genug.

 

von Yvonne Denecke, Nürtingen, 08.04.20

 

Der Engel am Morgen

Von: Unsplash

Ein Engel am Morgen erscheinet dir
zum Sonnenaufgang schönster Zier.
Er hilft dir in jeglichen misslichen Lagen
dein Leben in Demut und Schmerz zu ertragen.

Er spendet dir Trost und hilft dir beizeiten
die täglichen Hürden mit Mut zu bestreiten.
Und sollte es plötzlich dir unsanft passieren,
unterm Fuße den Boden rasant zu verlieren,

so schwingt er die Flügel und eilet heran,
damit er dich rechtzeitig auffangen kann.
Er stärkt dir den Rücken und hilft in der Not.
Wenn Hunger du hast, so schenkt er dir Brot.

Wenn zitternd du frierst und weinst unentwegt,
behutsam ein Decklein er über dich legt.
Im Schlafe verwandelt er all deine Tränen
in leuchtende Sterne mit goldenen Strähnen. 

Er wacht an dem Bett und hält fern alle Sorgen,
damit du gut durchschläfst getrost bis zum Morgen.
Dann steht er dir wieder an deiner Seit‘
zur Hilfe, zum Troste, zur Rettung bereit.

Ein Engel am Morgen wacht über dir,
dass dir auf dem Wege nichts Schlimmes passier‘.
Er bleibe für immer dir treu zugewandt
und führe dich sicher an seiner Hand.             

Von Yvonne Denecke, 2017

Dankbarkeit

Von: unsplash

Dankbarkeit  ist  das  Geheimnis  eines  zufriedenen  Lebens.  
Die  glücklichsten Menschen sind nicht immer  die, 
die  am  meisten haben.
Wer  dankt,  dessen  Freude  vertieft  sich, 
und  sein  Leben  ist  gesegnet. 
Wer  dankt  wird  bewahrt:
In  guten  Zeiten  vor  Gleichgültigkeit
und
in schweren Tagen vor Verzweiflung.

Autor*in unbekannt

Hoffnung

Von: Privat

Wer hofft
ist jung

Wer könnte atmen
ohne Hoffnung
dass auch in Zukunft
Rosen sich öffnen

ein Liebeswort

die Angst überlebt

 

Rose Ausländer

Sonntagsimpuls an Jubilate

In dir ist Freude in allem Leide ….  (Ev. Gesangbuch Nr.  398)

Im Lied ‚In dir ist Freude‘ heißt es:  wir jubilieren und triumphieren. Warum singen wir solche Lieder? Warum loben wir Gott? Wo uns das Klagen doch näher liegt?

Lesen Sie hier die gesamte Predigt.

Predigt zu Sonntag, 3. Mai 2020

Von: Privat

Liebe Gemeindeglieder, liebe Schwestern und Brüder,

in diesen Wochen empfinden der Kirchengemeinderat und ich sehr viel Dankbarkeit für die Menschen, die die Verbindung trotz schwierigen Zeiten zueinander und zur Gemeinde halten. Das ist alles andere als selbstverständlich. Das macht Mut und stärkt uns gegenseitig.

In meiner Predigt für den kommenden Sonntag haben mich aber auch die Menschen beschäftigt, die unserer Gemeinde den Rücken gekehrt haben. ‚Bleiben oder gehen‘ – dieses Stichwort fiel mir zum Predigttext des Sonntags Jubilate (Johannes 15, 1- 8) ein. 

Wir wollen einladend sein und Menschen etwas anbieten, was Leib, Seele und Geist stärkt.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende und dass Sie gute Erfahrungen machen, die Sie stärken.

Ihre Kornelia Stysch

Lesen Sie hier die gesamte Predigt.

Aufblühen

Von: Privat

Überlege, was dich aufblühen lässt.

Dem gehe nach.

Ulrich Schaffer

Manchmal

Von: Privat

Manchmal
spricht ein Baum
durch das Fenster
mir Mut zu 

Manchmal
leuchtet ein Buch
als Stern
auf meinem Himmel

Manchmal ein Mensch
den ich nicht kenne
der meine Worte
erkennt 

Rose Ausländer 

Die 10 Gebote der Gelassenheit

Von: Unsplash

1. Nur für heute werde ich mich bemühen, einfach den Tag zu erleben - ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

2. Nur für heute werde ich größten Wert auf mein Auftreten legen und vornehm sein in meinem Verhalten: Ich werde niemanden kritisieren; ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern... nur mich selbst.

3. Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin ... nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.

4. Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.

5. Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist die gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.

6. Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen - und ich werde es niemandem erzählen.

7. Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe. Sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass niemand es merkt.

8. Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

9. Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist. Und ich werde an die Güte glauben.

10. Nur für heute werde ich fest daran glauben – selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten –, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

von Papst Johannes XXIII

 

Krisen

Von: Privat

 „Krisen sind Angebote des Lebens, sich zu wandeln.
Man braucht noch gar nicht zu wissen, was neu werden soll.
Man muss nur bereit und zuversichtlich sein.“

Luise Rinser

 

Jeden Tag, wenn um 19.30 Uhr die Kirchenglocken in Württemberg läuten, bitten viele Menschen zeitgleich um Kraft und Zuversicht, dass wir gemeinsam gute Wege in der Krise und aus der Krise heraus finden. Dabei werden die nicht vergessen, die ganz besondere Nachteile und Probleme in Corona-Zeiten haben und aushalten müssen. Die 5 Minuten, die dieses gemeinsame Gebet dauert, sind ein starkes Zeichen unserer Verbundenheit.

Hirten heute – zum Hirtensonntag, 26. April 2020

„Schäfchen“, rufen meine Schulkinder begeistert. So manche Schafherde und ihren Hirten habe ich mit meinen jeweiligen Erstklässlern besucht. Ein Gang zur Schafweide passt gut zum Psalm 23, dem Psalm vom guten Hirten. Vom Hirten erfahren die Schüler, was für eine anspruchsvolle Aufgabe das Führen und Zusammenhalten der Herde ist. Oft sind es weite Strecken, die Schafe auf der Suche nach Nahrung zurücklegen müssen. Mit ruhigem Auge hat der Hirte seine Tiere im Blick. Er achtet darauf, ob alle gesund sind, ob keines hinkt oder sich verletzt hat. Er weiß, wo es frisches Gras und Wasser gibt, wo sich Ruheplätze und Gefahrenstellen befinden.

Lesen Sie hier die gesamte Predigt.

Aus der Spur

Von: Privat

Guter, Gott,
ich bin ganz neben der Spur.
Stehe zurzeit neben mir.
Bin aus dem Takt.
Es ist so viel auf mich eingestürmt.
Zu viel Ungeklärtes, zu viel Unsicherheit,
zu viel Arbeit, zu viele Sorgen, zu viel Ärger.
Ich bringe dieses Gemisch vor Dich und
bitte Dich, mir Ruhe zu schenken bei Dir.
Ich möchte gern im Hier und Jetzt landen,
statt mich mit quälenden Gedanken im Gestern
zu verlieren oder in Sorgen für Morgen.
Jetzt lebe ich, an diesem Tag.
Mehr ist erstmal nicht nötig.
Ich werde es spüren, wenn ich wieder im Lot bin.
Und aufatmen und mich wieder freuen.

Amen.

 

Jesus: Sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag
wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag
seine eigene Plage hat.
Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner
Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
(Matthäus 6, 33-34)

Singen

Orchester macht Musik

© original_clipdealer.de

Auf Stahlgerüsten, im Scheinwerferlicht
In antiken Arenen,
In prunkvollen Häusern,
In dürftigen Zimmern, unter der Dusche,
Im Schlamm, auf langen Märschen,
Am Tresen.

An Kinderbetten, an Gräbern,
In der Not, in der Freude,
Weil wir alleine sind,
Weil wir zusammen sind
Und weil wir uns deutlicher hören,
Damit wir vollständig vorkommen.

Von den Tieren können es meisterlich
Jene, die auch fliegen.
Und an manchen Tagen
Kann es die flüchtigste
Aller Gewalten: der Wind

SINGEN

Gelesen in der Stadtbahn Richtung Stuttgart

Gebet einer Konfirmandin

Von: Privat

Lieber Gott,

steh uns bei an guten wie an schlechten Tagen.

Sorge dafür, dass wir unseren Zielen folgen können.

Dass wir in aller Trauer etwas haben, was uns tröstet.

Eine Person, die immer zu uns hält,

auf die wir uns stets verlassen können.

Und dass du, Gott, immer bei uns bleibst

und uns in solchen Situationen stets zur Seite stehst,

auf uns Acht gibst und uns tröstest.

So dass wir das Gefühl haben,

wir können wieder lachen,

und an das Schöne denken, was uns schon erwartet.

Amen.

Sonntagspredigt 19. April 2020

Von: Privat

"Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ Jesaja 40, 28-31

Der Predigttext für diesen Sonntag liest sich wie die Werbung für einen bekannten Energy-Drink: Gott verleiht Flügel. Wer seine Hoffnung auf ihn setzt, geht und wird nicht müde, läuft und wird nicht erschöpft.

Eine Besprechung im Mittagstief, eine lange Autofahrt oder wenn der Wecker mal wieder etwas früher klingeln muss – es braucht nicht gleich der Energy-Drink sein, aber zum Kaffee greife ich in solchen Momenten gerne und reichlich. Koffein hilft mir, konzentriert und wach zu bleiben. Optimal, wenn es dann auch noch gut schmeckt. Kurze Leistungstiefs lassen sich mit etwas starkem Kaffee ziemlich gut überbrücken. Aber auf Dauer komme ich damit trotzdem nicht sehr weit.

Was trägt mich im Leben? Woraus schöpfe ich Kraft? In der Bibel werden Werte und Auffassungen überliefert, die sich als tragend und sinnstiftend bewährt haben. Der „Glaube“ gilt heute häufig nur noch als ein Deutungsangebot unter vielen. „Gott verleiht Flügel.“ Das ist keine Werbeaussage, die ein Produkt auf dem Markt der Möglichkeiten anpreisen möchte. Es ist das Zeugnis von einer gelebten Beziehung, die verändert, die trägt und Kraft schenkt – nicht nur von einem Termin zum nächsten, sondern grundlegend. Dieses Zeugnis wirbt für eine Beziehung mit dem, der das Leben gibt und bejaht, der trägt und Kraft schenkt: dem ewigen Gott.

Hier lesen Sie die gesamte Predigt

Momente

Von: Privat

Manchmal leuchtet mitten im Alltag ein Moment auf, der aus allen anderen heraussticht. Die Sonne scheint dir in den Nacken, ein Geruch steigt in die Nase von Kirschbaumblüten und Himmelsschlüssel. In Mauerrissen keimt Hoffnung.

Du bleibst stehen, hältst inne, staunst und für einen Moment bist du im Paradies. Du wirst nicht bleiben, der Verkehr wird weiterrollen, die Lücke wird sich schließen. Der Boden der Tatsachen bleibt bestehen. Aber etwas hebt dich für einen unerwarteten Moment darüber hinaus, erfüllt dich mit Freude, macht dir Herz und Seele weit. Hebt dich über die Schwere der Dinge und setzt dich wieder ab, leichter als zuvor.

So ein Moment lässt sich nicht machen. So ein Moment blitzt auf, so ein Moment lässt dich verwandelt zurück, wenn auch nicht für immer, so doch für jetzt.
Solche Momente sind es, die dich stärken und hoffen lassen.
Manchmal ist das ein „Löwenzahn sprießt aus der Mauer-Moment“.
Manchmal nennst du es Auferstehung.
           
Susanne Niemeyer

Die kürzeste Sonntagspredigt

Helfende Hand

© original_clipdealer.de

Die kürzeste Sonntagspredigt hielt wohl ein Pfarrer, der ein JoJo bei sich hatte. Spielend führte er das JoJo seiner Gemeinde vor und erklärte seine Akrobatik mit folgenden Worten: „Rauf und runter, rauf und runter, so fliegt das JoJo. Auch im Leben kennen wir das Auf und Ab. Da gibt es unerwartete Glücksmomente und dunkle Stunden der Angst und Not. Das Leben gleicht dem Auf und Ab eines JoJo. Entscheidend ist die Hand, die es hält!“

Gott hält mich – das ist auch die Aussage eines Bibelwortes aus Jesaja 41,10: Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.

Argumente für Ostern

Von: Privat

Nicht das leere Grab und der weggewälzte Stein,
nicht die römischen Wächter,
die starr vor Entsetzen zu Boden gesunken waren,
auch nicht der Engel,
der zu den verstörten Frauen sprach,
sind Argumente genug für Ostern …

Aber dass diese Frauen – sie als erste –
den Wandel erlebten von Niedergeschlagenheit
in Getrostheit und Freude,
dass die Jünger
ihre ängstlich verschlossenen Türen aufsperrten
und die Botschaft weitersagten,
von Mund zu Mund,
dass sie über Meer und Gebirge auch zu uns gelangt ist
mit ihrer verwandelnden Kraft:
das ist das Wunder.

‚Ich bin bei euch alle Tage‘ –
wenn wir das erfahren,
dann geschieht Ostern
wahrhaftig auch heute noch in uns.

Barbara Cratzius

Impuls

Gemeinsames Singen

© original_clipdealer.de

Manchmal feiern wir mitten im Tag ein Fest der Auferstehung.
Stunden werden eingeschmolzen und ein Glück ist da.

Manchmal feiern wir mitten im Wort ein Fest der Auferstehung.
Sätze werden aufgebrochen und ein Lied ist da. 

Manchmal feiern wir mitten im Streit ein Fest der Auferstehung.
Waffen werden umgeschmiedet und ein Friede ist da.

Manchmal feiern wir mitten im Tun ein Fest der Auferstehung.
Grenzen werden überwunden und ein Geist ist da.

Von Dorothee Zeile

Osterpredigt

Die Emmaus-Jünger, Lukas 24, 13 – 35 mit Bildern aus der Friedenskirche Reudern

Manchmal herrscht im Leben Karfreitagsstimmung – trotz Ostern. Nichts geht voran. Eine unbefriedigende Situation zieht sich und die Zukunft besteht aus lauter Fragezeichen. Viele Menschen empfinden das in diesen Tagen so. Nicht anders erging es zwei Männer, die Jerusalem fluchtartig verließen. Nichts wie weg vom Ort der schrecklichen Niederlage! Drei Tage waren seit der Kreuzigung Jesu vergangen. Warum, fragten sie sich, hat es so kommen müssen? Jesus, in den sie all ihre Hoffnungen setzten: gekreuzigt, gestorben, begraben. Alles aus und vorbei. 

Lesen Sie hier die gesamte Predigt

10 Gebote für die Corona-Zeit

Von: Privat

Ein theologischer Sonderimpuls von Dr. Thorsten Latzel. Er ist Leiter der evangelischen Akademie in Frankfurt.

Das Wort „Quarantäne“ geht ursprünglich auf das lateinische Zahlwort quadraginta, „vierzig“, zurück. Es bezeichnete früher die vierzigtägige Isolation, die man im Mittelalter ab dem 14. Jahrhundert zum Schutz vor Pest und Seuchen über Reisende oder Schiffe verhängte – in Aufnahme alter biblischer Reinheitsvorschriften (3 Mos 12,1–8). Noch in den 1960er-Jahren wurden in Deutschland bei Pockenausbrüchen infizierte Menschen zum Teil ohne medizinische Versorgung in Schullandheimen isoliert.

Während der Covid-19-Pandemie erleben wir gerade eine umfassende gesellschaftliche Quarantäne – mitten in der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern. Ich glaube, dass es gut ist, wenn wir diese Zeit nicht depressiv als „Seuchenopfer“ erleiden, sondern aktiv und kreativ mit ihr umgehen. Und dass es gut ist, wenn die Pandemie das Beste von dem herausholt, was in uns steckt – sodass wir uns im Nachhinein vielleicht einmal über das „Gute im Schlechten“ wundern werden. Dafür kann die Fastenzeit als Zeit des Umdenkens und der Besinnung hilfreich sein.

Ein anderes Wort für Quarantäne im 19. Jahrhundert war „Kontumaz“, von lateinisch contumacia, „Trotz“, „Unbeugsamkeit“. Die Corona-Auszeit sollte so eine Zeit sein, in der wir Haltung zeigen. Fromm formuliert: eine gute Mischung aus Nächstenliebe, Gottvertrauen und innerem Rückgrat.

Auf Martin Luther geht der schöne Gedanke zurück, dass ein glaubender Mensch jeden Tag „neue Dekaloge“ entwerfen könne. Deshalb hier ein Versuch:

10 Gebote für die Corona-Zeit

  1. Du sollst deine Mitmenschen lieben, komm ihnen aber gerade deswegen nicht zu nahe. Übe dich in „liebevoller Distanz“. Auf deine Gesundheit und die deiner Mitmenschen zu achten ist immer wichtig. Jetzt kann es lebenswichtig werden.
  2. Du sollst nicht horten – weder Klopapier noch Nudeln und schon gar keine Desinfektionsmittel oder gar Schutzkleidung. Die werden in Kliniken gebraucht, nicht im Gästeklo zu Hause.
  3. Die Pandemie sollte das Beste aus dem machen, was in dir steckt. Keinen Corona-Wolf und kein Covid-Monster, sondern einen engagierten, solidarischen Mitmenschen.
  4. Du solltest ruhig auf manches verzichten. Quarantäne-Zeiten sind Fastenzeiten. Dafür gewinnst du andere Freiheit hinzu. Das passt sehr gut in die Zeit vor Ostern.
  5. Du sollst keine Panik verbreiten. Panik ist nie ein guter Ratgeber, zu keiner Zeit. Gesunder Menschenverstand und Humor dagegen schon. Deshalb hör auf Fachleute, beruhige andere und schmunzele über dich selbst. Da macht man erst mal nichts falsch, und es trägt sehr zur seelischen Gesundheit bei.
  6. Du solltest von „den Alten“ lernen. In früheren Zeiten von Seuchen und Pestilenz, als es noch keine so gute Medizin wie heute gab, halfen Menschen vor allem ein gesundes Gottvertrauen und die tätige Fürsorge füreinander. Das ist auch heute sicher hilfreich.
  7. Du solltest vor allem die Menschen trösten und stärken, die krank werden, leiden oder sterben. Und auch die, die um sie trauern. Sei der Mensch für andere, den du selbst gern um dich hättest.
  8. Du solltest anderen beistehen, die deine Hilfe brauchen: Einsamen, Ängstlichen, Angeschlagenen. Oder Menschen, die jetzt beruflich unter Druck geraten. Das hilft nicht nur ihnen, sondern macht dich auch selbst frei.
  9. Du solltest frei, kreativ und aktiv mit der Pandemie umgehen. Dazu sind wir von Gott berufen. Du wirst am Ende vielleicht überrascht sein, was sie Positives aus dir und anderen heraushol
  10. Du solltest keine Angst vor Stille und Ruhe haben. Wenn die Quarantäne zu mehr Zeit zum Umdenken, zum Lesen und für die Familie führt, wäre das ein guter „sekundärer Krankheitsgewinn“.

Predigt zu Karfreitag

Georg Schalla. Von: Privat

Liebe Gemeinde,

Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung und des Todes Jesu. Wir erinnern uns ganz bewusst an sein Leiden.

Jesus wird gefangengenommen, vor dem Hohen Rat verhört, dem römischen Statthalter Pilatus überstellt, verspottet, und zum Tode verurteilt: gekreuzigt, gestorben und begraben. „Weil einer für alle Menschen starb, sind sie alle gestorben.“ 2.Kor5,14

Hier lesen Sie die Predigt für den Karfreitag.

 

Ich wünsche Ihnen alles Gute und Gottes Segen

Ihr Jan Schreder

Das Wort

Von: Privat

Keins seiner Worte glaubte ich,
hätte er nicht geschrien:
Gott, warum hast du mich verlassen.

Das ist mein Wort,
das Wort des untersten Menschen. 

Und weil er selber so weit unten war,
ein Mensch, der „warum“ schreit
und schreit „verlassen“,
deshalb könnte man auch die andern Worte,
die von weiter oben,
vielleicht ihm glauben.

 

Rudolf Otto Wiemer

Gebet am Karfreitag

Von: Privat

Jesus von Nazareth, wir stehen vor deinem Kreuz:
betroffen, beklommen, dankbar.
Du trägst unsere Kreuze.
Du stirbst – und machst uns frei.

Manche stehen vor einem Kreuz:
sind bedrückt und ratlos,
müssen Abschied nehmen
und wissen nicht, wie es weitergehen soll.
Tröste sie, zeige ihnen einen Weg.

Andere tragen ein schweres Kreuz,
sind krank, zerstritten oder verschuldet
und mit ihrem Leben überfordert.
Sende ihnen Helfende, lass uns mittragen.

Jesus von Nazareth,
wir stehen vor deinem Kreuz:
betroffen, beklommen, dankbar.
Du trägst unsere Kreuze.
Du stirbst und wir sind frei.

Osterszenen mit Egli Figuren

In der Friedenskirche wurden die Eglifiguren aufgebaut: Der Hirte und die drei Frauen am leeren Grab am Ostermorgen.

Besinnung zu Ostern 2020

Der Ostermorgen bricht an. Die Kirchenglocken in Reudern läuten Ostern ein. Seit dem Morgen des Karfreitags waren sie verstummt. In vielen Häusern gibt es ein leckeres Osterfrühstück an einem festlich gedeckten Tisch. Manche zünden Osterkerzen an. Kinder suchen im Garten Ostereier. Aber aus der Kirche ertönt kein Osterjubel. Es fehlt das gemeinsam gesungene: ‚Christ ist erstanden‘. Die Gottesdienste können nur vor dem Fernseher oder online mitgefeiert werden.

Geht Ostern trotzdem? Ostern bedeutet: Jesus Christus ist von den Toten auferstanden! Ostern bedeutet: Das Leben lohnt sich, weil keiner im Tod bleiben muss.

Wir feiern Ostern. Nicht nur, wenn die Sonne scheint. Auch an dunklen Tagen. Nicht immer wissen wir um die Auferstehung Jesu Christi. Es gibt Zeiten, da schleppt sich das Leben grau und mühsam dahin. Wie bei Maria Magdalena, der ersten Auferstehungszeugin. In ihrer Trauer gefangen stand sie vor dem leeren Grab: ‚Wohin haben sie den Toten bloß gebracht?’ Ihre handfesten Vorstellungen sagen: ‚Tot ist tot.’ Da nennt einer ihren Namen: „Maria“! Das lässt sie aufhorchen. So hat sie nur einer gerufen: Jesus, dessen Jüngerin sie war. Zum ersten Mal kommt ihr der Gedanke, dass ‚tot ist tot’ nicht für Jesus Christus gilt. Und auch nicht für die, die an ihn glauben.

Vielleicht ist das auch bei uns so: Er ist mir nahe, aber anders als ich sonst Nähe gewohnt bin. Ich sehe ihn nicht, und doch gibt es Situationen, da kann ich erfahren: er ist da. Da fließt mir seine Kraft zu, um etwas durchzustehen oder zu bewegen. Ich höre ihn nicht, und doch erlebe ich immer wieder: Er spricht mich an. Oft ganz unerwartet: durch sein Wort, durch andere Menschen, durch Fingerzeige im Alltag.

Ostern 2020 ist anders: Wir können die Freude über die Osterbotschaft nicht wie sonst miteinander teilen. Familientreffen finden nicht statt. Großeltern können ihre Enkel nicht besuchen. Trotzdem läuten die Glocken Ostern ein. Osterglocken blühen. Kinder suchen Ostereier im Garten. Menschen machen Spaziergänge in die aufblühende Natur. Trauernde besuchen die Gräber ihrer Angehörigen. In all dem feiern wir die Auferstehung Jesu. Wir sehen ihn nicht, aber wir feiern seine Gegenwart. Im Licht seiner Auferstehung schöpfen wir Hoffnung: nichts muss so bleiben wie es ist! Das Leben lohnt sich! Wir feiern Ostern 2020 auch zu Zeiten von Corona.

Ganz herzlich grüße ich Sie und wünsche Ihnen gesegnete Ostern.

Ihre Kornelia Stysch

 

Gebet

Wie könnten wir dich fassen, Gott,
du Leben im Tod,
du Licht im Dunkel,
du Blüte im Schnee,
überraschend, überwältigend, bezaubernd.

Nein, Christus konnte nicht im Grab bleiben,
solange du Gott bist.

Wir danken dir
und feiern das Fest der Auferstehung
mit allem, was uns gegeben ist
an Glauben, Freude und Liebe.

Komm zu uns,
wie du damals gekommen bist
überraschend, überwältigend, bezaubernd.

Von allen Seiten umgibst du mich

Kennen Sie diese Stimme? Es ist unser ehemaliger Kirchenchorleiter Christian König.

Die Kreuzschau

Gott hatte Erbarmen mit einem Menschen, der sich über sein zu schweres Kreuz beklagte. Er führte ihn in einen Raum, wo alle Kreuze der Menschen aufgestellt waren, und sagte ihm: „Wähle!“ Der Mensch machte sich auf die Suche. Da sah er ein dünnes Kreuz, aber dafür war es länger und größer als die anderen Kreuze. Er sah ein ganz kleines, aber als er es aufheben wollte, war es schwer wie Blei. Dann sah er eins, das gefiel ihm, und er legte es sich auf seine Schultern. Doch da merkte er, wie das Kreuz gerade an der Stelle, wo es auf der Schulter auflag, eine scharfe Spitze hatte, die ihm wie ein Dorn ins Fleisch drang. So hatte jedes Kreuz etwas Unangenehmes an sich. Und als er alle Kreuze durchgesehen hatte, hatte er immer noch nichts Passendes gefunden. Zum Schluss entdeckte er eines, das hatte er übersehen, so versteckt stand es. Das war nicht zu leicht, so richtig handlich, wie geschaffen für ihn. Dieses Kreuz wollte er in Zukunft tragen. Aber als er näher hinschaute, da merkte er, dass es sein Kreuz war, das er bisher getragen hatte.

Quelle: Willi Hoffsümmer, Kurzgeschichten I, nach Adelbert von Chamisso, Die Kreuzschau

Gebet

Von: Privat

Gott, 

wir beten für die Erde,

auf der wir leben.

Wir beten für die Luft,

die uns umhüllt und atmen lässt.

Wir beten für das Wasser,

das uns erfrischt und stärkt.

Wir beten für das Feuer,

das uns wärmt und leuchtet.

Wir beten für das Land,

dass es gut und fruchtbar bleibt.

Wir beten für unsere Mitgeschöpfe,

Pflanzen und Tiere,

dass wir sie lieben und achten lernen.

Wir beten für uns Menschen,

für Kinder, Eltern und Großeltern,

dass wir uns untereinander nicht gering schätzen,

verachten, beneiden oder schaden,

sondern gut für alle und alles sorgen.

Lehre uns, aus deinen Schöpferhänden

mit Dankbarkeit zu empfangen.

Freunde, dass der Mandelzweig

Von: Privat

Freunde, dass der Mandelzweig

sich in Blüten wiegt

bleibe uns ein Fingerzeig

wie das Leben siegt.

Passionsandacht

Statue

© original_clipdealer.de

Der alljährliche Salbungsgottesdienst in Oberboihingen kann in diesem Jahr leider nicht wie gewohnt stattfinden.

Jedoch hat Krankenhauspfarrerin Dorothea Gölz-Most für den 8. April 2020, 19 Uhr eine Liturgie zur Verfügung gestellt für ein Hausgebet in der Passionszeit unter dem Motto

"Rühr uns an mit Deiner Kraft"

Die Liturgie finden Sie hier. Sie kann auch über das Pfarramt bezogen werden.

Palmsonntag, 5. April 2020 - Predigt zu Markus 14,3-9

Gemälde von Ernst Lutz. Von: Privat

Es ist eine der Geschichten im Neuen Testament, über die man beim Lesen stolpert, denn sie passt auf den ersten Blick nicht zu dem, was man von Jesus kennt und vielleicht erwarten würde:

Jesus ist mit seinen Jüngern in einer armen Gegend bei Jerusalem unterwegs. Während sie dort gemeinsam essen, kommt eine Frau herein, zerbricht ein Gefäß aus Alabaster und gießt das darin enthaltene Öl über Jesus aus. Reinstes Nardenöl. Schon diese kleine Menge kostete so viel wie das Jahreseinkommen eines einfachen Arbeiters. Die Menschen am Tisch sind empört und machen der Frau heftige Vorwürfe: „Welch eine Verschwendung! Ringsherum herrscht Armut, aber du steckst deinen Reichtum in Salböl anstatt Almosen zu verteilen.“ Sie blicken zu Jesus – mit welchen Worten wird er wohl diese Vergeudung tadeln? Aber Jesus reagiert anders als erwartet: „Lasst die Frau in Ruhe! Warum bringt ihr sie in Verlegenheit? Sie hat eine gute Tat an mir getan. Arme wird es immer bei euch geben und ihr könnt ihnen helfen, sooft ihr wollt. Aber mich habt ihr nicht mehr lange bei euch.“

Jesus erkennt in der Tat der Frau einen Akt der Liebe. Sie tat es nicht, um sich selbst durch ihre Großzügigkeit ein Denkmal zu setzen. Sie tat es, weil es ihr wichtig war. Jesus geht nicht darauf ein, was mit dem Geld alles hätte getan werden können. Er sagt nicht, dieses ist besser als jenes. Er sieht die gute Tat: Taten der Liebe erreichen den Mitmenschen – mehr als alle Almosen der Welt.

Lesen Sie hier die Predigt

Wochengebet

Von: Privat

Lieber Gott, sei so gut,

nimm mir die Angst vor dem Montag.

Gib mir Nächstenliebe am Dienstag

und erneuere meine Kraft am Mittwoch.

Sag mir am Donnerstag ‚Ich bin bei dir‘

und am Freitag, dass es ohne Kreuz nicht geht.

Mach mich am Samstag frei von allem,

was mich bedrückt und fesselt.

Und am Sonntag eröffne mir Freiräume,

zu dir und zu mir zu kommen.

Amen.

Morgengebet

Von: Privat

Wenn unsere Tage verdunkelt sind

und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte,

so wollen wir stets daran denken,

dass es in der Welt eine große, segnende Kraft gibt, die Gott heißt.

Gott kann Wege aus der Ausweglosigkeit weisen.

Er will das dunkle Gestern in ein

helles Morgen verwandeln

 – zuletzt in den leuchtenden Morgen der Ewigkeit.

              

Martin Luther King

Wandereindrücke

Von: Privat

A bissle Abstand, a bissle raus, a bissle dr Kopf leera.
Sonntagnachmittag Fahrt Richtung Alb.
Tiefenbachtal - die Froschplanen im Graben flattern leicht im Wind.
Am Ende des Tales sehe ich mein Ziel
Teckbuckel Gelber Fels Sattelbogen.
Wie oft war ich schon dort.
Parken am Ortsausgang von Owen.
Durch die Streuobstwiesen Richtung Schafstall
Der Gesang der Kohlmeisen und Buchfinken begleitet mich, ab und zu ruft ein Specht.
Im Tal fliegt ein Roter Milan.
Am Schafstall begrüßt mich das Blöcken der Schafe.
Weiter zum Bölle, es ist Ende März, die Matten sind noch kahl, die Silberdisteln haben die Köpfe noch eingezogen.
Den Zicke Zacke Weg hoch zur Teck, aber vorher, an einer umgestürzten Buche rechts ab.
Über Betongurte der ehemaligen Flieger Seilwinde vorbei zum Gelben Fels.
Ein Pärchen Kolkraben begrüßen mich, oder schimpfen weil ich in ihr Revier eindringe?
Die Felsen lachen mich an gerne wäre ich jetzt hier zum Klettern, aber kein Risikosport zur Zeit, so sagts die Regierung.
Oben angekommen, das umgesägte Felsenkreuz wurde wieder aufgerichtet, das Kreuzbuch ist auch noch da, ein Müllbehälter wurde platziert.
Ein Wanderfalke im Vorbeiflug.
Weiter gehts zur ehemaligen Flughalle, die Märzenbecher an der Bissingerseite sind verblüht.
Ein kurzer Rundgang um die freigestellte Teck.
Ein schneller Blick zur Bissinger Viehweide, bis bald, Frühlingsenzian, Knabenkräuter Sumpfdotterblumen ...... grüßen in Gedanken.
Es beginnt zu schneien,
schöne dicke Flocken, kleben an der Jacke, im Genick wirds langsam nass.
Schnell runter zum Auto, heim,
dr Dreibleskucha wartet.

Was macht mir Mut in diesen unruhigen Zeiten?

Von: Privat

Täglich überschlagen sich die Informationen und das was gestern noch galt, ist heute schon wieder überholt. Man ist getrieben von der Informationsflut und von der Verunsicherung.

Als ich gestern mit dem Fahrrad auf dem Heimweg war und nebenbei so über die aktuelle Situation grübelte, ist mir ein großer mächtiger Kirschbaum aufgefallen, der kurz vor der Blühte stand. Ich habe angehalten und das Bild auf mich wirken lassen. Blauer Himmel ohne Wolken und ohne Kondensstreifen. Neben dem Kirschbaum mit seinen ganz leicht rosafarbenen Blüten stehen weitere Bäume. Äpfel und Birnen. Auch diese haben schon ganz dicke Knospen und stehen kurz vor der Blüte.

Weiter im Hintergrund blühen bereits gelbe Forsythien und am Bach sind die Schlehen schöne weiße Farbklekse in der Landschaft. Auch das Gras leuchtet kräftig grün und die frisch bestellten Äcker bildeten einen harmonischen braunen Kontrast.

Dieses Bild hat mir Mut gemacht.

Ich habe Gott für die wunderschöne Natur gedankt.

Nach einer kurzen Verweildauer bin ich dann mit leichterem Herzen weitergeradelt.

Achim Haussmann

Gebet einer Konfirmandin

Viele Hände schaffen Zusammenhalt

© original_clipdealer.de

Lieber Gott,

wir Menschen sind nicht gern allein.
Wir brauchen andere, die uns helfen und zu uns halten.
Menschen, die uns gern haben und uns stärken,
wenn wir uns schwach fühlen.
Menschen, mit denen wir Spaß haben und lachen können.
Vielen Dank dafür, dass ich solche Menschen kenne.
Hilf du, dass jeder Mensch wenigstens einen guten Freund hat.
Und hilf mir, dass ich ein guter Freund für andere bin.

Amen.

Sonntagspredigt, 29. März 2020 - Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen

Von: Privat

Psalm 121

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.

Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
Der Herr behütet dich;
der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.

Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.

Hier lesen Sie die gesamte Predigt

Musik ist doch immer wieder etwas was unser Herz berührt...

Von: Privat

Mutmachaktion des Posaunenchores

Von: Privat

Von: Privat

Von: Privat

 

Auch am Freitag, 27. März konnten Bläser des Posaunenchores im Ort musizieren - als Mutmachaktion für alle, die zu Hause sind und bleiben.

„Bleib gesund“

„Bleib gesund“   –  wie oft fällt dieser Satz in diesen Tagen?

Und er ist ernst gemeint – keine Floskel. 

„Wie geht es dir? Wie geht es Ihnen?“  Auch diese Frage ist wirklich ernst gemeint.

Man spricht miteinander, ruft sich über den Gartenzaun zu: „Braucht ihr Hilfe?“  

Überhaupt: Die Menschen gehen körperlich auf Abstand und sind sich dennoch nah.

Sie lächeln sich an. Alle wissen Bescheid. Die allermeisten halten sich dran.

 

Gefunden bei publik-forum.de

Gebet eines Reuderner Konfirmanden

Von: Privat

Gott, unser Vater, nicht immer sehen wir das Ziel klar vor Augen.
Wir folgen den Spuren, die wir sehen.
Die Spuren zeigen uns aber auch: Wir sind nicht allein.
Du gehst mit, auch wenn wir dich nicht sehen.
Wir treffen uns und teilen den Weg, den wir gemeinsam neu entdecken.
Und oft erkennen wir dich erst im Nachhinein, dass du es warst,
der mit uns ging, der für uns das Brot zum Leben bereithielt.
So bitten wir dich: Führe uns Wege, die zu dem Ziel führen,
das du selber bist. Amen.

Chancen entdecken

Sport als Ausgleich

© original_clipdealer.de

Vielleicht können wir trotz allen Widrigkeiten auch die möglichen Chancen und positiven Seiten entdecken, die die aktuelle Situation mit sich bringt? Eine Sammlung zum Nachdenken und Weiterdenken:

  • Zeit der Entschleunigung, Zeit zum Durchatmen
  • Zeit, sich mit seinen eigenen Gedanken, Gefühlen und Ideen auseinander zu setzen
  • Zeit, darüber nachzudenken, was ist uns persönlich wirklich wichtig ist
  • Zeit, sich zu konzentrieren und zu fokussieren
  • Zeit, die Natur zu genießen, den Garten, den Wald und zu erleben und wahrzunehmen, wie der Frühling kommt
  • Die Möglichkeiten der Digitalisierung kennen lernen, erste Schritte gehen und bemerken, dass es hilfreich sein kann? Vielleicht werden sie bald zur Normalität?
  • Begegnungsqualität mit anderen finden durch Videotelefonie, bspw. über Whats app, Facetime, Skype, Zoom und weiteren Tools
  • Sich über die aufkommende Solidarität freuen, wenn für andere eingekauft wird, wenn mit anderen telefoniert wird, wenn Post eingeworfen wird, wenn aneinander gedacht wird, wenn miteinander gebetet wird
  • Zeit mit den Kindern genießen, Kreativität entdecken, sich Spiele auszudenken, neue Wege beim Spazieren zu entdecken
  • - ...

Bonhoeffers Morgengebet

© original_clipdealer.de

Vater im Himmel,
Lob und Dank
sei Dir für die Ruhe der Nacht;
Lob und Dank sei Dir für den neuen Tag.
Lob und Dank sei Dir für alle Deine Güte
und Treue in meinem vergangenen Leben.
Du hast mir viel Gutes erwiesen,
lass mich nun auch das Schwere
aus Deiner Hand hinnehmen.
Du wirst mir nicht mehr auflegen,
als ich tragen kann.
Du lässt Deinen Kindern alle Dinge zum
Besten dienen.

Dietrich Bonhoeffer

Befiel du deine Wege

Mit Klick auf das Vorschaubild wird das Video beim Anbieter YouTube abgespielt.

Befiehl du deine Wege

und was dein Herze kränkt

der allertreusten Pflege 

des, der den Himmel lenkt. 

Der Wolken, Luft und Winden

gibt Wege, Lauf und Bahn,

der wird auch Wege finden,

die dein Fuß gehen kann. 

Gedanken einer Jugendlichen

Surfen in der Freizeit

© original_clipdealer.de

In einem glücklichen Moment ist Gott für mich die Freude, die mein Herz erfüllt.

In Verzweiflung ist Gott das befreiende Weinen, das mir hilft, Trauer, Wut und Ärger zu verarbeiten.

In der Wut ist Gott die innere Stimme, die mich zur Vernunft bewegt.

In Unfriede der erste Schritt zur Versöhnung.

In Ungerechtigkeit der Drang, etwas zu bewegen.

An einem anstrengenden Tag ist Gott für mich ein ruhiger Moment.

In der Nacht ein Engel, der über mir wacht und mich beschützt.

In meinem Leben ist Gott ein Jemand, der mich annimmt und mich liebt.

Dienstag, 24. März 2020 - Tagessegen

Kreuz

© original_clipdealer.de

Der Herr segne deinen Morgen.
Er behüte deine ersten Schritte in den Tag hinein.
Er öffne deine Augen für die Schönheit seiner Schöpfung.
Er wecke deine Sinne, damit du wach und aufmerksam das Leben annimmst:
Dankbar, liebevoll, behutsam. 

Der Herr segne deinen Mittag.
Er begleite deine Schritte.
Damit du siehst, welche Aufgaben und Freuden dir in den Weg gelegt sind.
Er stärke deine Hände für deine Arbeit,
deinen Geist für dein Denken und Planen und dein Herz zu lieben.

Der Herr segne deinen Nachmittag.
Er gebe dir Mut, zurückzublicken auf die Stunden, die so schnell vergangen sind
und nicht mehr wiederkehren.
Er schenke dir Dankbarkeit für die Talente,
die deine Taten und dein Denken möglich machten.

Der Herr segne deinen Abend.
Es ist die letzte Zeit des Tages, die dich in den Schlaf begleitet.
Es ist die Zeit, die nach getaner Arbeit die Ruhe bringt.
Die Zeit, die still wird und Ärger, Wut und Kummer in die Schranken weist.
So segne dich heute der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

 

WAS BRAUCHT DER MENSCH

Blumenwiese

© original_clipdealer.de

ein kleines stück dach
ein stück brot
ein großes stück stille
von träumen umwoben
einen krug wasser
einen baum
einen freund
und
eine lange allee
aus gebeten
den weg zu gott

Helena Aeschbacher - Sinecká

 

SEGNE DIESEN TAG

© original_clipdealer.de

Herr, es ist Zeit, den neuen Tag willkommen zu heißen
und Dich, den Spender der Tage, zu preisen.
Es ist ein Tag aus Deiner Hand,
es ist mein Tag –
es ist ein geschenkter Tag.

Wie viele Tage hast Du,
mein Herr,
mir zugedacht?
Ich weiß es nicht.
Lass mich diesen Tag schätzen,
lass mir diesen Tag kostbar sein!
Ich will Dir für diesen Tag danken
und das Meine tun,
damit er gelingt.

So segne diesen Tag,
segne seine Stunden,
segne mich und die Meinen,
segne unsere Arbeit,
segne unser Land!

Guido Köppel

Sonntag, 22. März 2020 - Sonntagspredigt "Ein Sturm zieht auf", Markus 4,35-41

Von privat. Motiv aus der Ev. Kirche Erkenbrechtsweiler

Liebe Gemeindeglieder,

wie geht es Ihnen? Ich hoffe von Herzen: gut! Aber ruhig und zuversichtlich zu bleiben in dieser bewegten Zeit, ist nicht gerade leicht. Ein kaum sichtbares Virus hält uns fest im Griff und lähmt die meisten gesellschaftlichen Aktivitäten, unsere Wirtschaft, unser Bildungswesen und beeinflusst unsere sozialen Kontakte. Wie ein Sturm geht diese Pandemie über uns hinweg. Mir ist dazu ein Sturm in der Bibel eingefallen, der Jesus und seine Jünger jäh überfallen hat.

Hier lesen Sie die gesamte Predigt

Gebet voll Zuversicht in turbulenten Zeiten

Termine in Wochenplaner eintragen

© original_clipdealer.de

Guter Gott!
Bewahre mich in diesen Tagen
vor allzu vielen Klagen.

Statt mich den unzähligen Einschränkungen zu widmen,
möchte ich mit wachen Augen und weitem Herzen
auf das schauen, was alles möglich ist.

Daher sage ich Danke
für all die unverhofften Leerstellen im Kalender
und das Geschenk des Durchatmen-Dürfens.
Welch ein Luxus.

Danken möchte ich für die viele Zeit mit jenen Menschen,
für die sonst zu wenig Zeit bleibt, meine Familie.
Welch Chance.

Dank sage ich für all die kreativen Ideen
einander zu helfen oder den Alltag aufzulockern.
Welch Reichtum.

Dank regt sich in mir
für all jene Menschen, die das Leben in diesen Zeiten hochhalten:
an den Kassen, in den Krankenhäusern,
bei den unterschiedlichsten Organisationen,
– oder wo auch immer.
Unbezahlbar.

Dank sei gesagt für die schwierige und gewissenhafte
Arbeit unserer Politikerinnen und Politiker.
Sie zu loben – ein unbekanntes Neuland.

Danke auch für die Erkenntnis,
dass nichts selbstverständlich ist.
Wie sehr haben wir das doch mitten in der Fülle vergessen.

Und schließlich Danke, dass DU da bist,
gerade dann, wenn all unser Tun und Mühen an die Grenzen stößt:
uns begleitend, uns stützend, uns tragend.

Amen.

Stefan Schlager, 16.3.20

21. März 2020 - Spruch für den Tag

Sonne geht auf

© original_clipdealer.de

Glaube ist der Vogel,

der singt,

wenn die Nacht

noch dunkel ist.

 

Tagore

Morgengebet

Sonne geht unter

© original_clipdealer.de

Vater, sei mit deinem Segen
heut bei uns, auf unsern Wegen.
Schenk uns deiner Liebe Geist!
Lass die Zeit nicht leer zerrinnen,
lass uns dich, das Heil, gewinnen.
Hilf uns tun, was du uns heißt. 
Amen.

Willy Sohn

Mutmachaktion des Posaunenchores

Von Privat

Am Freitag, 20. März haben acht Bläser des Posaunenchores an der Friedenskirche musiziert - als Mutmachaktion für alle, die zu Hause sind und bleiben.

 

 

Tageslosungen 20. März 2020

Sonne und Natur

© original_clipdealer.de

Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.
Psalm 27,5

Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.
Das schrieb der Apostel Paulus im 2. Korintherbrief 12, 10

Zuversicht

Friedenstaube

© original_clipdealer.de

Halte dich fest an Gott!

Mache es wie der Vogel,

der nicht aufhört zu singen,

auch wenn der Ast bricht.

Denn er weiß, dass er Flügel hat.

Johannes Bosco

Sonntag, 15. März 2020 - Gedanken zu Matthäus 6, 25 -29 und 34

Von Herzen

© original_clipdealer.de

Der Bibeltext: ‚Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?

Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?

Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?

Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.

Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.

Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen.

Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

 

Hier geht es zur Predigt

Kommentar hinzufügen: * Pflichtfelder sind mit einem Stern markiert.

Thomas Krytzner 04.04.2020 11:09

In Verbindung bleiben!

Das ist nicht nur ein Wunsch. Es ist ein Aufruf, eine Ermunterung, sich an der Gemeinschaft der Gläubigen zu beteiligen. Gerade jetzt in dieser Zeit, wo der persönliche Kontakt eingeschränkt und zum Teil sogar untersagt wird, damit die Pandemie nicht noch schrecklichere Ausmaße annimmt, ist es wichtig, niemanden zu vergessen.

Die Homepage der Kirchengemeinde Reudern ist beispielhaft für die evangelische Landeskirche. Im Wort "Homepage" steht das Wort "Home". Es bedeutet Zuhause, daheim, aber auch Heimat. Die Kirchen im Lande werden derzeit zur Heimat für viele. Sie finden die frohe Botschaft, lesen Gedanken von andern oder lassen sich mit den Videoimpulsen berieseln. Vielleicht kommt da auch das Gefühl der Gemeinschaft auf. Plötzlich ist man nicht mehr alleine, auch wenn die Zusammenkunft online und digital erfolgt. Man ist an einem Ort versammelt, tauscht Meinungen aus und man kann gemeinsam beten.

Der Herr hat die Schuld der Welt auf sich genommen, hat seinen Sohn Jesus am Kreuz für uns sterben lassen. Er tut es immer wieder, er liebt die Welt. Vielleicht können wir diese Liebe, gerade in der Krisenzeit, zeigen und weitergeben. Lasst niemanden allein, bleibt behütet und vor allem: Bleibt zu Hause und gesund!
Ich wünsche allen eine schöne, besinnliche und gesegnete Karwoche.
Thomas Krytzner

Maren Pahl 03.04.2020 16:41

Liebe Reuderner, ich freue mich sehr, dass ihr Glaube, Liebe und Hoffnung hochhaltet! Seid und bleibt behütet! Herzlich grüßt euch von der Stubersheimer Alb Maren Pahl

Christine Haro 29.03.2020 17:18

Hallo Ihr alle, ich würde mich sehr freuen, wenn ich jeden Sonntag die aktuelle Predigt in Textform für mich und meine Eltern zugesendet bekäme.
Vielen Dank für die Mühe,
liebe Grüße
von
Christine Haro

Eberhard Ellwanger 28.03.2020 18:00

Mut schöpfen – ausgerechnet jetzt?

Wie soll das gehen? Mut zu haben im Angesicht der Corona Pandemie? Täglich hört man von sich zuspitzenden Situationen und die paar positiven Meldungen kommen aus China. Man weiß ja, was man von staatlich gelenkten Meldungen aus China zu halten hat... Ach ja: das Geld wird auch immer weniger wert und wird sicher bald abgeschafft und das Klopapier ist auch ausverkauft und wir dürfen nicht in die Bar oder ins Studio. Und dann kommt jemand um´s Eck und meint, wir sollten den Mut nicht verlieren. Na der hat gut reden. Der ist wahrscheinlich Politiker oder noch schlimmer: Pfarrer.
Es ändert sich doch nichts: der Urwald wird weiter abgeholzt, im Meer schwimmt mehr Plastikmüll als Plankton, die Polkappen schmelzen, in Berlin sind mehr Lobbyisten als Politiker unterwegs und aberwitzige Mengen Müll werden hin und her exportiert, bevor sie im Meer oder im Wald entsorgt werden. Ja meine Lieben, so sieht´s doch aus.
Und dann kommt wieder eine*r um´s Eck und sagt so Sachen wie: „in der Welt habt Ihr Angst aber siehe: ich habe die Welt überwunden.“ Also doch Pfarrer*in. Wusste ich´s doch!
Ich gebe zu, dass ich mich oft gefragt habe, wie man so daherreden kann – und das nicht nur in der heutigen Zeit. Sind die wirklich so naiv und unverbesserlich optimistisch? Und ich gebe zu, dass ich oft auf der Suche bin. Ich suche die Begebenheiten, die mir bestätigen, dass es stimmt, was in der Bibel steht und was am Sonntag gepredigt wird. Wissen Sie was: ich habe es immer dann nicht gefunden, wenn ich die oben aufgeführten Schlagzeilen gelesen und wenn ich denen zugehört habe, die mir erzählten, „dass sich sowieso nichts ändert.“ Es scheint zu stimmen: bestimmte Dinge ändern sich momentan nicht und das Elend ist groß und vielfältig auf der Welt. Wer das nicht sieht ist tatsächlich naiv, finde ich.
Trotzdem Mut schöpfen? Ich habe vorhin einem Kabarettisten zugehört. Die haben´s gut! Die müssen nur ein paar Sachverhalte zuspitzen und ein Programm daraus basteln. Den Rest lassen die einfach weg, damit sich das Publikum amüsiert und bestenfalls nachdenklich wird. So mach ich das jetzt auch: ich lasse mal den ganzen Mist weg, der uns plagt. Denn es ändert sich allem Genörgel zum Trotz ständig etwas zum Guten. Fünf Beispiele:
1. Das Christentum war jahrhundertelang für Kreuzzüge, Mord und Totschlag und für Hexenverbrennungen verantwortlich. Das dürfen wir uns übrigens klar machen, wenn wir Aussagen hören wie: „der Islam ist nicht reformierbar.“ Heute steht das Christentum Gott sei Dank völlig anders da. Nicht perfekt, aber anders! Es hat lange gedauert, aber es wurde erreicht. Weil es mutige Menschen gab, die etwas dafür getan haben.
2. Vor 80 Jahren waren das Wort Nazi und das Wort Deutsche die verabscheuungswürdigsten Wörter, die es gab. Heute – nur 3 Generationen später – ist Deutschland ein Sehnsuchtsland und wir Deutschen überraschend beliebt. Das konnte in so kurzer Zeit nur deshalb passieren, weil sich mutige Menschen dafür eingesetzt haben. Sie sind aufeinander zugegangen, haben die Bedenken fallen lassen und einfach ausprobiert wie das ist, wenn man nicht nur auf die Angst hört.
3. Ausgerechnet Menschen, die in Konzentrationslagern unvorstellbar grausame Dinge erlebt haben, haben irgendwann damit angefangen in die Schulen zu gehen und zu berichten. Sie machen das, damit nie vergessen wird, was passieren kann, wenn eine Bevölkerung vor lauter Angst die Augen zu macht. Sie machen das auch, um von ihrem anderen Leben zu berichten. Davon, dass es sich lohnt, wieder aufzusehen, Mut zu zeigen und davon, dass das Leben schön ist.
4. Ein Beispiel, das etwas abweicht. Eine 96-jährige Frau liegt seit 4 Jahren im Bett. Sie liest nicht, sie schaut nicht fern und hört keine Musik. Es drängt sich die Frage auf, ob so ein Leben Sinn macht. Wissen Sie, was diese Frau sagt? „Ich möchte gerne noch eine Weile leben!“ Vielleicht sollten wir solchen Menschen mehr zuhören. Es kann passieren, dass sie uns dadurch Mut machen, unser Leben zu genießen.
5. Frauen hatten in Deutschland vor noch nicht allzu langer Zeit deutlich weniger Rechte als Männer. Sie mussten befürchten, dass sich das nicht ändert, denn jeder Vorstoß wurde mit teils abstrusen, gar angeblich Gott gewollten Begründungen abgewiesen. Es brauchte sehr mutige Frauen, die mit beißendem Spott konfrontiert wurden und der kam nicht nur von Männern. Aber der Mut hat sich gelohnt.
Manches ändert sich nie – zumindest werden wir es nicht erleben. Vieles hat sich bereits geändert. Das macht bestehendes Unrecht nicht ungeschehen und es ist auch keine Aufforderung nichts zu tun. Manchmal braucht es dafür Mut. Sehr viel Mut. Davon hat nicht jede*r gleich viel zur Verfügung. Trotzdem dürfen wir versuchen, unserem Mut Nahrung zu geben.
Mut entsteht da, wo wir offen sind für das was möglich ist. Wir haben die Wahl, ob wir nur auf das schauen, was im Argen liegt und ob wir nur auf die hören, die uns einreden wollen, „dass sich sowieso nichts ändert.“ Erinnern wir uns daran, dass wir selbst einmal zur Jugend gehört haben, die keinen Respekt und keine Werte mehr kennt und daran, dass dies bereits Aristoteles beklagt hat, oder jammern wir selbst über die heutige Jugend? Hören wir zu oder lieber weg, wenn manche Zeitgenossen fordern, die Grenzen dicht zu machen? Jetzt sind sie übrigens eine Weile dicht und wir dürfen uns fragen, ob es das ist, was uns gut tut. Sind wir wirklich zufrieden, wenn die Grenzen und die Haustüren dicht sind? Wollen wir diese Mutlosigkeit wirklich kultivieren?
Mir persönlich tut es gut, wenn ich Zeit habe, um anderen zuzuhören. Mir machen Lebensgeschichten Mut. Nicht alle, aber erstaunlich viele. Ich schöpfe sogar Mut, wenn ich anderen Mut mache. Ich schöpfe Mut, wenn ich das in der Natur sehe, was wächst und gedeiht. Ich schöpfe Mut, wenn ich wertschätze was andere tun, weil mir dann bewusst wird, wie viel getan wird. Ich schöpfe Mut, wenn meine Hilfsangebote zum Teil Früchte tragen. Ich schöpfe Mut, wenn ich lese, dass eine 16-jährige einfach mal beginnt sich gegen den Klimawandel zu wehren. Ich bekomme Mut, wenn mir Mut gemacht wird. Mut habe ich, wenn es mir gelingt auf das zu schauen was ich habe und nicht bejammere, was ich nicht habe.
Ich darf übrigens auch aus einer „ollen“ Bibelstelle Mut schöpfen, wenn sie mich berührt und ich ihren Sinn verstehe. Ich schöpfe Mut, denn das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

Achim Haußmann 25.03.2020 20:05

"Befiel du meine Wege" ist ein sehr ergreifender Beitrag!
Herzlichen Dank für den schönen Moment, der das hier und jetzt für einen Moment vergessen lässt.

Susanne Preuß 25.03.2020 13:32

Liebe Gemeindeglieder von Reudern, liebe Besucherinnen und Besucher dieser Seite,
über diese Kommentarfunktion können Sie andere an ihren Gedanken teilhaben lassen. Wir freuen uns auf einen guten, wertschätzenden Austausch.
Bleiben Sie gesund und behütet!

Dieses Formular benötigt Javascript / This form needs Javascript